farm

Konzeptioneller Grundsatz - nachhaltige landwirtschaftliche Produktionsstätte (Aquaponik)
Die Ernährung unserer Gesellschaft wird uns in der Zukunft durch diverse Umstände vor große Herausforderungen stellen. Jahrhundertregen, Unwetter, Trockenheit, Überdüngung der Böden und Schadstoffe in der klassischen Landwirtschaft die ins Grundwasser gelangen, bis hin zu Überfischung der Meere und einem Kollaps in den Nahrungsketten im Bereich der Fischerei. Hinzu kommt die Problematik der langen Lieferwege, die sich nicht klimaschonend darstellen lassen. Das System der Aquaponik kann hier entscheidend die Zukunft aufweisen. Beide Bereiche, die Fischerei und die Landwirtschaft, werden in einen gemeinsamen Kreislauf gebracht. Die Fischzucht in geeigneten Becken erspart der Umwelt - gegenüber einer Aquakultur in natürlichen Gewässern - eine Überbelastung durch Fischausscheidungen. In der Aquaponik werden diese genutzt. Durch verschiedene Filter werden die Ammoniakanteile in Nitrate gewandelt, die als Dünger in der Hydroponik eingesetzt werden können. Die Pflanzen (Kräuter, Salat, Gurken, Paprika, Tomate etc.) selbst wachsen nicht in klassischer Erde, sondern in Behältnissen, die auf Wasser schwimmen, das mit den Nitraten versetzt ist. Hierdurch wird ein stetes Wachstum der Pflanzen ermöglicht, gleichzeitig ziehen die Pflanzen die Nitrate aus dem Wasser, sodass dieses Wasser wieder im Kreislauf in die Becken der Fische zurückgeleitet werden kann. In beiden Bereichen werden so 95% des sonst notwendigen Wassers eingespart.
Fester, anfallender Fischkot kann zudem ebenfalls extrahiert und als Bio-Dünger vermarktet werden. Ergänzbar ist das Konzept durch eine Mehlwurmzucht. In Gastronomien anfallende Essensreste könnten durch die Mehlwürmer verarbeitet werden. Auch hier entstünde Bio-Dünger. Die Mehlwürmer selbst können entweder als Futter für die Fischzucht verwendet oder als Proteinquelle für Lebensmittel vermarktet werden.

Besonders reizvoll erscheint dieses Konzept durch die kurzen (Produktions-)Wege bzw. die urbane Lage. Ein großer Teil Münsters könnte mit nachhaltigem und ressourcenschonendem Fisch versorgt werden, der auch mal mit dem Fahrrad abgeholt werden kann, weil er mitten in der Stadt gezüchtet wurde. Ein enormer Vorteil, was Frische und Transportwege und die damit verbundenen Emissionen anbelangt. Durch die Kubatur des Gasometers, insbesondere durch die Höhe, ist es zudem möglich, flächensparend viele Ebenen für die Produktion zu generieren. Ein Paradebeispiel, um nicht zu sagen Leuchtturmprojekt zum Thema Vertical Farming, wäre umsetzbar. Durch die Kubatur mit 50m Höhe lassen sich tausende Quadratmeter Anbaufläche generieren - ohne jegliche Belastung der normalerweise genutzten landwirtschaftlichen Flächen. Eine Farm in der Stadt. Ein Flächenvergleich zeigt, dass innerhalb der alten Konstruktion des Gasometers vergleichsweise ein großer Teil des Innenstadtkerns Münsters abgebildet werden kann. In den oberen Bereichen des Gasometers wird die Hydroponik, also die Anzucht von Gemüse in Wasser, durch Aeroponik ergänzt. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass die Pflanzen mit Wasser bestäubt werden. Das ist energetisch sinnvoll, da das Wasser zur Aufzucht nicht so hoch gepumpt werden muss und sich der Wasserdampf im oberen Bereich gut sammeln kann, um die Pflanzen mit Feuchtigkeit zu versorgen.


Fassade und Energiekonzept - nachhaltige landwirtschaftliche Produktionsstätte (Aquaponik)
In Anlehnung an klassische Gewächshäuser wird eine winddichte, geschlossene und transparente Haut benötigt, die die Pflanzen mit Licht versorgt, aber vor Wettereinflüssen schützt. Natürlich wird diese Fassade gestalterisch den Ansprüchen des Denkmalschutzes im Kontext mit der alten Konstruktion gerecht und wäre nicht mit einem klassischen Gewächshaus vergleichbar. Sie muss nur die gleichen technischen Anforderungen für die Pflanzen erfüllen. Auf dem Dach der Konstruktion wird eine Photovoltaikanlage für den eigenen Betrieb aufgebaut. Regenwasser wird aufgefangen und der Fischproduktion zugeführt. In der Fassade werden ebenfalls Photovoltaikelemente untergebracht, die die Produktion energietechnisch weitestgehend autark halten sollen. Batteriespeicher helfen bei der kontinuierlichen Stromversorgung. Zudem werden natürliche Schwerkraft beim Fließverhalten des Wassers (Mikroturbinen in Leitungen) sowie Thermik (Abluft des Gewächshauses) für weitere Stromgewinnung eingesetzt. Ziel ist ein möglichst autarker Betrieb der Produktionsstätte in Bezug auf die notwendige Energie.

Historie und Umgang mit dem Denkmal - nachhaltige landwirtschaftliche Produktionsstätte (Aquaponik)
Der Gasometer wurde jahrzehntelang als Energieversorger der Stadt eingesetzt, um die Ressource Gas zu den Bürgern der Stadt zu transportieren. Wir greifen diesen Gedanken auf und setzen wieder einen Energieversorger in den Gasometer. Dieser versorgt die Bürger dann allerdings mit den Ressourcen Protein und Vitamin. Da sicherlich interessierte Besucher zu erwarten sind, könnte das alte Pumpenwerk als Empfangssituation fungieren. Zudem ist hier ein Direktverkauf denkbar.

Revitalisierung  Gasometer Münster

Verfahrensart : Investorenauswahlverfahren der Stadt Münster, Gasometer Münster | Boelckeweg 3 | 48155 Münster

2.Phase | Status : abgeschlossen  |  BGF : 12300 m²

Projektbeteiligte : Deckwitz Projektentwicklung | Münster

farm

architecture

urbanes grün

kontorhaus

leinen los

healthcare

farm

entrée

alt und neu im rendezvous

kulturspeicher

dreieckshafen

quartier D

gebautes licht

über ebenen

glück auf!

dreiraum im grünen

box³

über generationen

dem panorama folgend

matrix

auenland

phoenix aus der asche

wohnen am park

setdesign

frei von ebenen

logik

design